Man kann nicht nicht kommunizieren

Metakommunkation

Von Metakommunikation spricht man, wenn Menschen, Sender und Empfänger, innerhalb eines  Gespräches von ihren Gefühlen, der Wahrnehmung und ihrem Verhalten sprechen. Hier wird die Art und Weise wie Menschen miteinander umgehen beschrieben. Der Prozess des Gespräches wird verlassen und es wird auf einer anderen Ebene über das Wie des Gespräches geredet. Es wird über das Reden geredet.

 

Das Ziel der Metakommunikation ist eine Klärung oder Verbesserung der Kommunikations- und Beziehungsebene in einem Gespräch. Es dient z.B. zur Selbstreflektion, um das eigene Verhalten zu überprüfen und gegebenenfalls auch zu verändern. Zum anderen kann sie eingesetzt werden, wenn ein Gespräch

- schleppend oder sehr einseitig verläuft

- bei Interessenkonflikten

- bei Langeweile

- Unzufriedenheit von Sender und Empfänger

- Aggressivität und schlechten “Arbeitsergebnissen“.

 

Beim Einsatz von Metakommunikation

 

- nicht nur auf die eigenen Gefühle, Interessen und Meinungen achten,  sondern auch auf die der anderen

-  dem Gegenüber die nötige Aufmerksamkeit erweisen, die Partner müssen einander      zuhören

- Störungen zulassen (was stört den anderen im Moment?)

- ICH Botschaften senden und keine DU Botschaften

- das Gegenüber nicht angreifen oder beschuldigen

- dem Gegenüber die volle Aufmerksamkeit schenken

- Feedback geben, wie man die andere Person wahrnimmt, welche Gefühle sie auslöst

- Feedback sollte beschreibend sein und nicht bewertend. Es sollte unmittelbar folgen, egal, ob es positiv oder negativ ist.

- Bei einem Feedback sollte man sich nicht wehren oder rechtfertigen. Es kann auch als eine Chance angesehen werden. 

Definition Kommunikation:

 

Der Begriff Kommunikation ist abgeleitet vom lateinischen communicare (mitteilen, sich verständigen) bezeichnet die Gesamtheit aller Informationen auf verbaler und nonverbaler Ebene, die zwischen mindestens zwei Menschen ausgetauscht werden. Kommunikation ist kein Monolog, sondern ein Dialog.

 

Die richtige Kommunikation ist schwierig und es kommt daher oft zu Problemen.

 

Eine Seite -Sender-  möchte etwas mitteilen, also eine Nachricht senden. Die andere Seite -Empfänger- versucht die Nachricht zu entschlüsseln. Versteht der Empfänger die Nachricht nicht oder falsch, so kommt es zu Verständigungsschwierigkeiten und damit zu Kommunikationsproblemen.

Wichtig ist also zunächst, dass Sender und Empfänger die gleiche Sprache sprechen.

 

Es gibt aber auch andere Gründe warum es zu Kommunikationsproblemen kommen kann:

- unterschiedliche Kulturen

- unterschiedliche Dialekte

- unterschiedliche Hobbys (Fachsprache)

- unterschiedliche Berufsgruppen (Fachsprache)

- das gleiche Wort wird unterschiedlich interpretiert.

- mangelnde Aufmerksamkeit, wenn das Gegenüber nicht zuhört

oder

-wenn man den anderen nicht kränken möchte

 

 

Beispiel: (wenn man den anderen nicht kränken möchte)

 

Die Frau fragt beim Abendessen: „ Wie findest du das Essen, ist ein neues Rezept, habe ich heute im Internet gesehen und direkt ausprobiert, wollte dich damit überraschen?“

Mann antwortet: „Ganz gut.“

Frau „ Ganz gut???? Ist das alles? Findest du es ganz gut oder wirklich lecker?“

Mann : „Ganz lecker….“

 

Die Frau hofft, dass ihrem Mann das Essen gut schmeckt und erwartet ein Lob, stattdessen äußert sich der Mann eher neutral. Sie ist enttäuscht. Vielleicht schmeckt dem Mann das Essen auch gar nicht so gut, möchte seine Frau aber auch nicht kränken, da sie sich offensichtlich viel Mühe gegeben hat und ihrem Mann eine Freude machen wollte.

 

Ein weiteres Kommunikationsproblem kann auftreten, wenn es  für mehrere Begriffe nur ein Wort gibt.

 

Beispiel (das gleiche Wort wird unterschiedlich interpretiert)

 

Der Sender sagt zum Empfänger: „Ich gehe jetzt auf die Bank.“ Das kann bedeuten, dass der Sender vor hat in das Gebäude, nämlich die Bank zu gehen oder aber, dass er vor hat sich auf die Bank im Park zu setzen.

 

Kommunikationsprobleme können auch auftreten, wenn nonverbale Signale falsch interpretiert werden. Wir wissen heute, dass ca. 2/3 Drittel der Sprache nonverbal abläuft und zwar hauptsächlich über den visuellen und akustischen Kanal, durch Gesten, Körperhaltung, Mimik, Betonung und Sprachmelodie.  Sprechen Mimik und Gestik eine andere Sprache als das gesagte Wort, kommt es zu Kommunikationsproblemen. Nach Watzlawick kommuniziert man auch, wenn man nicht spricht.

 

 

Beispiel: (wenn Worte und Verhalten falsch interpretiert werden)

 

Beispiel: Die Frau hat den Verdacht, dass ihr Mann fremdgeht. Er gibt ihr aber keine klare Antwort darauf, sondern nimmt sie in den Arm und küsst sie und versucht schnell auf ein anderes Thema zu kommen.

 

Ein weiteres Kommunikationsproblem kann durch ein fehlendes Feedback auftreten. Gesprächsteilnehmer, weichen Fragen aus, haben Angst oder geben einfach nur das wieder, was der Andere hören möchte. Das kann zu erheblichen Problemen führen.

 

Kommunikationsprobleme können auch durch die falsche Interpretation in Emails, SMS, Whats app usw. entstehen. Der Empfänger kann oft nicht wissen was der Sender meint.

Unklare und mehrdeutige Aussagen führen zu Kommunikationsproblemen. Auch hier kann der Empfänger nicht immer wissen was der Sender meint. Unterschiedliche Befindlichkeiten von Sender und Empfänger kann zu Problemen führen.

 

Es gibt viele Möglichkeiten warum es zu Kommunikationsproblemen führen kann. Wichtig ist also, dass klar formuliert wird was jemand möchte oder nicht möchte. Außerdem sollte das gesprochenen Wort und die Körpersprache miteinander harmonieren. 

Ein Frau und ein Mann lernen sich kennen. Sie unterhalten sich angenehm und der  Mann fragt sie, ob sie am nächsten Abend gemeinsam essen gehen wollen. Er verabschiedet sich mit einem Kuss und nimmt sie kurz in den Arm. Sie freut sich und glaubt, dass er sie gerne mag und kann sich vorstellen, dass da mehr passieren kann. Der nächste Abend läuft in angenehmer Atmosphäre ab. Sie jedoch hofft immer auf eine Geste oder ein Zeichen von ihm, dass er sie wirklich interessant findet und sie näher kennenlernen möchte. Beim Abschied bekommt sie wieder eine Kuss und ein kurze Umarmung.

Sie ist enttäuscht. Er jedoch fand den Abend schön und harmonisch und hatte keine weiteren Absichten.

 

                        

 

Kommunikationsprobleme können allerdings auch auftreten, wenn:

- minutenlange Monologe geführt werden

- bei ständigen Unterbrechungen

Das eigentliche Gespräch aus dem Ruder läuft und man über ganz Anderes spricht

-das Gespräch in Streit oder gegenseitigen Anschuldigungen ausartet.

 

Menschen verwenden oft unterschiedliche Kommunikationskanäle. So erwartet die eine Person eine Botschaft, durch einen bestimmten Gesichtsausdruck (visuell), die andere Person aber zeigt es durch eine Berührung (taktil).

 

 

Inkongruenz von Botschaften ist auch ein Problem der Kommunikation. Das heißt, das Gesagte stimmt mit der Körperhaltung oder dem Gesichtsausdruck nicht überein. Das passiert häufig, wenn der Eine einer Stellungnahme aus dem Weg gehen möchte oder der Sender hat Angst vor Konsequenzen.

In der Partnerschaft kommt es häufig vor, dass man aus Angst vor Zurückweisung oder aus Angst sich dann damit auseinandersetzen zu müssen, sich nicht mitteilt.

 

Das Vier Ohren Modell

Das Vier Ohren Modell  von Friedemann Schulz von Thun ist das bekannteste Modell, das Kommunikationsquadrat.

 

Von Thun geht davon aus, dass Kommunikation auf vier Ebenen stattfindet. Demnach hat der Sender „vier Münder“ und der Empfänger „vier Ohren“. Bei einem Gespräch sind immer vier Münder und vier Ohren beteiligt. Dieses Modell zeigt auf, wie schwierig es ist sich untereinander zu verstehen. Jedes Gespräch ist eine Interpretationssache. Eine Nachricht wird immer auf 4 Kanälen gesendet und somit auf 4 Kanälen empfangen. Das Gesagte kommt nicht immer so an wie es gemeint ist.  Es bietet Lösungsvorschläge an, um Missverständnisse zu verringern oder sogar zu vermeiden. 

 

 

Die Qualität eines Gespräches hängt davon ab, wie die vier Ebenen zusammenarbeiten.

 

1.    Ebene Sachinhalt

Der Sender „Sach Mund“ informiert hier nur über Daten, Fakten und Sachverhalte. Dies muss verständlich und informativ sein. Der Empfänger  prüft mit seinem „Sach Ohr“. Er überprüft hier die Wahrheit, die Bedeutsamkeit und die Hinlänglichkeit.

 

2.    Ebene Selbstoffenbarungs-Seite

Der Sender stellt sich selber dar. Er gibt mit dem Selbstoffenbarungs Mund bewusst oder unbewusst Informationen über sich selber preis. Das „Selbstoffenbarungs Ohr“,  also der Empfänger prüft welche Informationen vom Sender enthalten sind.

 

3.    Ebene Appellseite

Der „Appell Mund“ will bei dem „Appel Ohr“ in der Regel etwas bewirken. Der Sender möchte den Empfänger dazu bewegen, bestimmte Dinge zu tun oder eben nicht zu tun. Der Empfänger muss sich die Frage beantworten, ob er sich beeinflussen lassen möchte.

 

4.    Ebene der Beziehungsseite

Der Sender bringt durch seinen „Beziehungs Mund“ zum Ausdruck wie das Verhältnis zum Empfänger „Beziehungs Ohr“ ist. Er bringt es durch Körpersprache, Tonfall, und die Art der Formulierung zum Ausdruck.  Das kann sowohl positiv  (Respekt, Wohlwollen, Wertschätzung) sein aber auch negativ (Gleichgültigkeit, Verachtung) sein. Der Empfänger das „Beziehungs Ohr“ fühlt sich entweder respektiert und akzeptiert oder herabgesetzt.

Eine gute Beziehung macht die Kommunikation auf einer Ebene aus.

 

Zu Problemen und Missverständnissen kommt es wenn der Sender und der Empfänger nicht auf einer Ebene sind.

 

 

Beispiel

Eine Mutter möchte sich mit ihrer Tochter einen schönen Abend verbringen. Sie wollen erst essen gehen und anschließend im Kino. Der Tisch ist für 19:00 Uhr in einem Restaurant bestellt. Beide machen sich fertig. Die Mutter geht in das Zimmer der Tochter und fragt, ob sie auch fertig ist. Die Tochter weiß aber nicht was sie anziehen soll. Sie kann sich einfach nicht entscheiden. Da die Zeit ein wenig drängt, weißt die Mutter die Tochter deutlich darauf hin, dass sie sich beeilen sollte, wenn sie es noch schaffen wollen essen zu gehen und ins Kino zu gehen.

 

Ich versuche die Situation in das Vier Ohren Modell einzubringen.

 

 

 

Mutter Mund

Tochter Ohr

Sachebene

Tisch bestellt für 19:00 Uhr

Tisch bestellt für 19:00 Uhr

Selbstoffenbarungsebene

so werden wir es nicht schaffen

Sie macht aber ganz schönen Stress

Appellebene

Entscheide dich, ziehe irgendetwas an

Ich soll schneller machen

Beziehungsebene

Soll ich dir bei der Entscheidung helfen?

Sie will nur, dass ich fertig werde, egal wie ich aussehe

            

 

Dieses Beispiel zeigt, dass Sender und Empfänger nicht auf einer Ebene sind. Es kommt hier zu einem Kommunikationsmissverständnis. Die Tochter interpretiert die Aussagen der Mutter nicht richtig.

 

 

 

Ein typisches Beispiel für Kommunikationsmissverständnisse ist das Beispiel von Loriot: Hier bittet die Frau ihren Mann um Mithilfe bei der Auswahl der passenden Abendgarderobe

„Garderobe“

M: ich finde du siehst toll aus in dem was du anhast

F: Komplimente helfen mit im Moment nicht weiter

M: Gut, dann zieh das lange blaue mit den Schößchen an

F: Du findest also gar nicht so toll, was ich anhabe!

M: Doch, aber es gefällt dir ja scheinbar nicht.

F: Es gefällt mir nicht? Es ist das schönste, was ich habe.

M: Dann behalt es doch an.

F: Eben hast du gesagt, ich soll das blaue mit den Schößchen anziehen.

M: Du kannst das blaue mit den Schößchen anziehen oder das grüne mit dem spitzen Ausschnitt oder das, was du anhast.

F: Aha, es ist dir also völlig Wurst was ich anhabe………

 

 

 

Frau

Mann

Sachebene

Auswahl der geeigneten Abendgarderobe

Auswahl der geeigneten Abendgarderobe

Selbstoffenbarungsebene

Ich bin unsicher

Sie will also Hilfe

Appellebene

Nun sag doch was

Ok, dann nimm das andere

Beziehungsebene

Ihm ist es egal wie ich aussehe

Ich finde sie sieht immer gut aus

 

 

 

Eine Frau kommt in die Apotheke und möchte ein Medikament auf Rezept holen. Die Apothekerin sagt, dass das Medikament nicht da ist. Sie es aber bis zum Nachmittag bestellen kann. Die Kundin ist sauer und sagt: „ Das Medikament bekomme ich jetzt schon seit vielen Wochen und nie haben Sie etwas da.“

 

 

Kundin Mund

Apothekerin Ohr

Sachebene

Möchte Medikament holen

Möchte die Kundin bedienen

Selbstoffenbarungsohr

Ich möchte nicht wiederkommen

Ich kann Ihnen das Medikament nach Hause  bringen

Appelebene

Dann besorgen Sie das Medikament

Ich kann nichts dafür, dass das Medikament nicht da ist

Beziehungsebene

Was haben Sie überhaupt da?

Wir stellen uns immer auf unsere Kunden ein.

Wir Menschen sind nicht nur dazu fähig Sprache zu lernen, sondern auch diese an Menschen weiterzugeben und ihnen beim Spracherwerb zu helfen. Erwachsene sprechen unbewusst immer mit ihren Kindern, wie es der jeweilige Spracherwerb erfordert.

Kinder lernen Sprache nicht von alleine. Zur erfolgreichen Sprachentwicklung benötigen sie die Zuwendung und Förderung der Eltern. Eine emotionale Bindung ist wichtig.

 

Daher ist es wichtig die Babysprache von Anfang an zu vermeiden. Sie sollten jedes Interesse und Neugierde von ihrem Kind fördern, indem Sie kommentieren und beschreiben was es gerade macht. Auch wenn das Kind einer Sache seine besondere Aufmerksamkeit schenkt beispielsweise Autos, helfen sie ihm, indem sie ihn auf diesem Gebiet sprachlich fördern.

Bieten Sie ihrem Kind viele verschiedene Möglichkeiten die Welt zu entdecken. Das fördert den Spracherwerb.

Lesen sie ihrem Sohn möglichst häufig vor. Heute weiß man wie wichtig das Vorlesen für den Spracherwerb ist. Kinder erwerben  durch Märchen und Phantasiegeschichten einen deutlich größeren Wortschatz. Durch das Vorlesen von Geschichten oder Märchen wird aber nicht nur die Sprache gefördert, Kinder lernen  auch, sich ihre eigenen Bilder zu machen und trainieren ihr Gedächtnis. Sie können später oft besser Rechtschreiben der verstehen die Zusammenhänge in der Mathematik (Textaufgeben) besser.

Wenn ihr Kind Ihnen etwas erzählt, lassen Sie ihn in Ruhe sprechen und verbessern sie ihn nicht. Das kann für Kinder demotivierend sein und sie ziehen sich dann zurück. Schenken Sie ihm Ihre volle Aufmerksamkeit, wenn er Ihnen etwas erzählt und treten sie in Augenkontakt mit ihm, so können sie Ihnen die Worte auch gleichzeitig vom Mund ablesen. Antworten Sie nicht für Kind, wenn etwas gefragt wird. Das machen leider ganz viele Eltern. Sie übernehmen das Antworten, weil es dann schneller geht. Haben Sie also Geduld, wenn es manchmal etwas länger braucht um etwas zu erklären. Das fördert nicht nur seine Sprache, sondern auch sein Selbstbewusstsein.

 

Wenn es noch nicht in einer Kita ist, wäre auch das eine gute Möglichkeit um Sprache zu lernen. Sprachförderung funktioniert nur im sozialen Miteinander und nicht durch Fernsehen oder CD - Player.

Auch die sogenannten Krabbelverse helfen dem Kind in seiner Sprachentwicklung.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein paar brauchbare Ratschläge geben, wie Sie ihr Kind sprachlich fördern können. 

 

 

 

 

 

 

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Streiten

Ein Streit ist eine Meinungsverschiedenheit oder ein Konflikt zwischen zwei Menschen. Wichtig ist eine gute Streitkultur zu haben und nicht den anderen anzugreifen. Um eine Lösung im Streit zu finden ist eine subjektive Sicht der Streitenden in der Gegenwart nötig und eine Reflektion in der Kommunikation. Eine Lösung kann nur gefunden werden, wenn beide daran interessiert sind. Fast jeder, der in einen Streit verwickelt ist hält sein Handeln, seine Argumente und seine Einstellung für richtig. Außerdem ist eine bestimmte Art der Gesprächsführung nötig, die bei vielen Menschen nicht selbstverständlich ist. Dann ist eventuell ein Mediator nötig.

Die Bedingungen müssen für die Streitenden fair und gerecht sein. Um zu einer Lösung in einem Streit  zu kommen, muss Vertrauen da sein. Bei einem gestörten Verhältnis des Vertrauens kommen die Streitenden nicht zu einer Lösung, sondern bestenfalls zu einer Vereinbarung.  Es sollte dabei  nicht vorschnell nach einer Lösung gesucht werden. Die Streitpartner sollten zunächst ihre jeweiligen Standpunkte klarmachen.

Auch in einem Streitgespräch sollen die Gesprächspartner respektvoll miteinander umgehen, in Ruhe miteinander sprechen, sich die nötige Aufmerksamkeit schenken und den anderen immer ausreden lassen. Vorwürfe nutzen in einem Streitgespräch gar nichts. Sie sind nicht konstruktiv, sondern destruktiv. Es sollte schon im Vorfeld klargemacht werden, wenn es zu Beschimpfungen oder Angriffen kommt, dass das Gespräch abgebrochen wird.

Wenn beide Standpunkte geklärt sind, besteht die Möglichkeit Gemeinsamkeiten herauszukristallisieren. Das kann schon zu einer ersten Annäherung führen. Zu jedem Streitgespräch kommt auch Kompromissfähigkeit. Die Teilnehmer müssen bereit sein von ihrem Gesichtspunkt abzuweichen und dem anderen entgegenzukommen. Für beide Beteiligten ist es sinnvoll, wenn das jeweilige Gegenüber ein Feedback gibt. 

achten auch auf die Mimik und Gestik, um unser Gegenüber einzuschätzen und zu verstehen. Wenn unser Gegenüber gar nicht mit uns kommunizieren möchte, macht er es dennoch. Über die Körpersprache erfahren wir oft mehr über den Charakter, seine Wünsche oder Bedürfnisse als durch das gesagte Wort. Verbale Kommunikation lässt sich durch Worte beeinflussen und verändern. Nonverbale dagegen nicht. Diese Sprache ist eine ehrliche Sprache.

Bei jeder Kommunikation face to face findet also nonverbale und verbale Kommunikation statt.

Diese Kommunikation kann in verschiedenen Verhältnissen zueinander stehen.

 

1.    Sprache und Körpersprache stehen im gleichen Verhältnis zueinander, d.h. das gesagte Wort wird durch die Körpersprache bestätigt.  Der Sender sagt, dass er traurig ist und weint dabei und ihm ist nicht zum Lachen zumute. Beide Sprachen bilden hier eine Einheit.

2.    Körpersprache ersetzt das Wort. Das Achselzucken, wenn Jemand unsicher ist.

3.    Körpersprache und Sprache widersprechen sich. Das Gesagte stimmt nicht mit der Körpersprache überein. Eine Freundin möchte wissen, ob ihr Freund bisher immer treu war. Er sagt: „Ja.“ Es stimmte aber nicht. Der Freund nimmt sie in den Arm und versucht schnell auf ein anderes Thema zu kommen.

 

In diesem dritten Beispiel sprechen wir von inkongruentem Verhalten, d.h. das gesprochene Wort stimmt nicht mit der Körpersprache überein. Der Freund kann seiner Partnerin nicht mehr in die Augen schauen, weil er offensichtlich lügt. Inkongruenz führt häufig zu Missverständnissen und erschwert Kommunikationsprozesse. Wie geht der Empfänger damit um, wenn er beim Sender spürt, dass verbal und nonverbal nicht übereinstimmen?  Oft ist die Körpersprache ehrlicher als das gesagte Wort.

 

Fragt ein Partner in einer Beziehung nach, weil er spürt, dass etwas ist, und bekommt von seinem Gegenüber die Antwort, dass alles in Ordnung sei, so ist es schwer das Richtige zu interpretieren, wenn  die Körpersprache  zeigt, dass derjenige traurig ist und ihn etwas beschäftigt.

Warum sagt der Gefragte nicht, dass ihn etwas bewegt? Vielleicht möchte er seinen Partner nicht belasten oder traut sich nicht ehrlich zu sein  oder er möchte sich nicht lächerlich machen. Fakt ist aber, dass es damit ein Problem gibt. Der Partner ist verunsichert.  Es steht etwas im Raum, was vielleicht zu weiteren Schwierigkeiten in der Beziehung führen kann.

Die Grenzen in der Interpretation der nonverbalen Kommunikation sind erreicht, wenn verschiedene Kulturen aufeinander treffen.

 

In europäischen Ländern ist es normal, freundlich, respektvoll und es ist eine nette Geste, wenn man kleinen Kindern über den Kopf streichelt. In Asien, insbesondere in buddhistischen Ländern ist das eine Geste, die man besser unterlassen sollte. Der Kopf gilt als heiliges Körperteil  und sollte deswegen nicht von Fremden berührt werden. Dieses „Fehlverhalten“  kann zu Kommunikationsproblemen führen. Deswegen ist es wichtig, bevor man andere Länder und Kulturen kennenlernen möchte, sich zu informieren.

 

Neben diesen interkulturellen Unterschieden gibt es auch die geschlechtsspezifischen Unterschiede. Der starke Mann, die schwache Frau. Das drückt sich deutlich in der Körpersprache aus. Frauen sitzen eher mit geschlossenen, übereinandergeschlagenen Beinen und möchten wenig Raum einnehmen. Dies ist ein Zeichen von Zurückhaltung. Männer dagegen häufig breitbeinig  und nehmen entsprechend viel Raum ein. Frauen machen sich im Allgemeinen eher klein, Männer dagegen nehmen auch hier wieder den Raum ein. Sie wollen präsent sein, zeigen Dominanzverhalten und Stärke. Männer geben sich als Beschützer. Frauen suchen den Schutz (die starke Schulter).

Außerdem kommt es immer darauf an, wo und mit wem eine Kommunikation stattfindet. Bei einem Gespräch mit einer Freundin, achtet man sicher mehr auf die Körpersprache, Mimik und Gestik, als bei einem Vortrag indem es hauptsächlich um verbale Informationen geht.

 

 

 

 Bei den Kommunikationsstilen von Schulz von Thun handelt es sich um verschiedene Stile wie Menschen miteinander kommunizieren.  Jeder Mensch ist anders und reagiert anders auf bestimmte Sachverhalte. Ein Kommunikationsziel ist abhängig von vielen Faktoren wie Stress, Vorurteile oder Vorerfahrungen.

 

Laut Thun gibt es 8 verschiedene Kommunikationsstile, die man nicht getrennt voneinander betrachten sollte, denn sie schließen sich einander nicht aus.

 

 

 

8 verschiedene Kommunikationsstile

1.    Der bedürftig-abhängige Stil

Menschen, die in diesem Stil kommunizieren drücken Hilflosigkeit aus. Sie trauen dem anderen generell mehr zu als sich selbst, obwohl er es selber auch  könnte. Dies kann nonverbal passieren, aber auch durch das Wort: „Bitte“. Sie möchten keine Entscheidungen treffen oder Verantwortung übernehmen. Sie haben wenig Selbstbewusstsein. Der Empfänger bietet dann oft seine Hilfe an, um nicht egoistisch zu wirken. Sinnvoll ist hier eine Förderung, damit er lernt sich mehr zuzutrauen.

 

2.    Der helfende Stil

Diese Menschen sind der Gegenpol zu dem bedürftig-abhängigen Stil. Sie möchten helfen und zeigen Verständnis für den anderen. Sie wirken stark, souverän und belastbar und möchten dabei nur von ihren eigenen Problemen ablenken. Wenn er diesen Stil gut beherrscht, wird sein Gegenüber nicht merken, dass er selber Ängste und Schwächen hat. Wer erkennt, dass sich jemand hautsächlich in diesem Stil bewegt, sollte ihm helfen, indem er lernt über seine eigenen Schwächen zu sprechen.

3.    Der selbstlose Stil

Dieser ist dem helfenden Stil ähnlich. Es besteht jedoch der Unterschied, dass die Menschen mit selbstlosem Stil eher unterwürfig sind. Der „Helfende“  jedoch eher  selbstbewusst auftritt. Sie fühlen sich oft wertlos und sind sogar bereit sich für den andern zu „opfern“. Sie tauchen gerne in Gruppen unter und teilen ihre Meinung nur selten mit. Diese Menschen sollten lernen „Nein“  zu sagen.

 

 

4.    Der aggressiv- entwertende Stil

Diesen Stil könnte man als den Gegenpol zum vorherigen Stil sehen. Hier geht es darum, das Gegenüber als wertlos und klein erscheinen lassen zu wollen. Diese Menschen wirken oft aggressiv und bösartig. Der Grund ist, die eigenen Ängste und Schwächen nicht offenbaren zu  müssen. Er möchte nicht angreifbar sein. Diese Menschen sollten lernen taktvoll, respektvoll mit dem anderen umzugehen  und Kritik an der eigenen Person zulassen zu können.

 

 

5.    Der sich beweisende Stil

Diese Person möchte immer perfekt erscheinen. Sie möchte keine Blöße zeigen und unangreifbar sein. Sie baut eine Fassade auf, und möchte immer nach außen besser erscheinen, als sie wirklich ist. Dadurch entsteht ein enormer Druck. Er wendet diesen Stil hauptsächlich an, um von seiner eigenen Unzufriedenheit abzulenken. Treffen zwei Menschen mit diesem Stil aufeinander, stehen sie schnell in  Konkurrenz zueinander. Diese Menschen sollten lernen Fehler einzugestehen und auch einmal Rat zu suchen.

 

 

6.    Der bestimmend-kontrollierende Stil

Meist sind es Menschen, die Angst vor Chaos und Kontrollverlust haben. Alles soll in geordneten Verhältnissen passieren. Alles wird genau geplant und organisiert. Sie möchten, dass sich alle nach ihnen richten. Sie möchten alles in „ihre Richtung“ lenken. Sie sind oft autoritär und selbstbeherrscht. Diese Menschen müssen lernen auch die Wünsche und Ziele der anderen zu akzeptieren und sich zurück zu nehmen.

7.    Der sich distanzierende Stil

Diese Person zeigt kaum Emotionen. Sie hält sich die Menschen auf Distanz, sowohl körperlich als auch seelisch. Sie  möchte von seiner Person nicht viel preisgeben und immer Haltung bewahren. Diese Menschen sollten lernen Nähe zuzulassen und sich zu öffnen, damit sie in der Lage sind emotionale Beziehungen eingehen zu können.

 

 

8.    Der mitteilungsfreudige-dramatisierende Stil

Dieser Stil könnte als der Gegenpol zum vorherigen genannt werden.

Diese Menschen stehen gerne im Mittelpunkt und unterhalten gerne die anderen. Der Grund dafür ist häufig Unsicherheit. Sie halten sich für klein und unwichtig und wollen sich so interessanter machen. Sie suchen nach Anerkennung und Beachtung. Diese Menschen sollten lernen nicht Monologe zu halten, sondern sich auf Dialoge einzulassen.

 

Abschließend sei gesagt, dass die Menschen nicht zu katalogisieren sind. Jeder trägt verschiedene Stilelemente in sich.

 

 

 

 

Karin Schuh (c)

 

 

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Kommentare: 14
  • #1

    Tip top (Sonntag, 04 September 2016 18:05)

    Guter Artikel ✌️

    Danke für die Informationen liebes Wampel - Team

  • #2

    Nadine (Sonntag, 04 September 2016 20:54)

    Wobist der Daumen hoch Button;)

    Danke Wampel

    Lg

    Nadine

  • #3

    Providencia Dahle (Mittwoch, 01 Februar 2017 07:09)


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